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ORTSTEILE der Gemeinde Ketzerbachtal
Abend Erstnennung im Jahre 1334 als Obden (oder1350), ab 1378 als Abden, 1501 Zew obende, 1547 Abendt. Name ist abgeleitet vom altsorb. Personennamen Obden, o.ä. Schriftsprachlich an das dt. Substantiv Abend angeglichen.
Bodenbach Erstnennung im Jahre 1334 als Podemug oder erst 1378 als Pademog, 1539 Bodebach, 1540 Podebach, 1552 Budebach, abgeleitet von neusorbisch podmoknus (=von unten aufweichen) Der Ort wurde also auf zur Vernässung neigendem Boden angelegt. Zum Ort gehört Neubodenbach. 1953 Gründung der LPG ”Freundschaft”, spätere Neugründung der LPG’s anderen Typs. In den Jahren 1993/95 Errichtung eines Großtanklagers für Mineralölprodukte.
Gallschütz Erstnennung im Jahre 1334 als Golschicz. Ableitung von einem altsorb. Personennamen, der Golis, Golus o.ä. gelautet haben könnte. Einzelgut, 1688 Vorwerk, 1723 Rittergut, 1762 Vorwerk des Rittergutes Raußlitz, Um 1840 gehörte zum Ort eine kleinere Mühle.
Gruna Erstnennung im Jahre 1436 als Wendischengrunow. Ableitung des Ortsnamens unklar. Es sind sowohl Deutungenaus dem Deutschen als auch aus dem Slawischen denkbar. Zu Gruna gehörten bereits vor 1835 Bausdorf und seit 1875 die Siedlung Ilkendorfer Lehden. 1950 kam die Siedlung Ilkendorfer Lehden zu Ilkendorf. Bausdorf ist bei keiner Volkzählung getrennt erfaßt worden. Um 1804 hatte Gruna 116 Einwohner.
Höfgen Erstnennung im Jahre 1312 als Hovechyn. 1336 Hofgyn, 1445 Hofichen, 1543 Hoeffgin, 1791 Alt-, Neuhoefgen. Der Name bezeichnet das herrschaftliche Großgut und wird abgeleitet von mittelhochdeutsch hof=Gehöft in der Grundbedeutung von Anhöhe. In diesem Fall soll der Ortsname dadurch zustandegekommen sein, dass ein Herr von Schleinitz hier ein Gut anlegen ließ, welches er im Unterschied zu seinem größeren Stammgut in Schleinitz das Höfchen nannte. 1800 gab es 2 Mühlen mit je einem Mahlgang, und zwar die obere Mühle (zu Neuhöfgen) und die untere Mühle (zu Althöfgen). Um 1840 gehörten zum Ort ein Gasthof, eine Brauerei und eine Schule.
Karcha Erstnennung im Jahre 1435 als Corschaw oder 1514 als Korche oder 1519 als Korcha. Abgeleitet vom altsorb. Personennamen Korch.
Klessig Erstnennung im Jahre 1319 als Clezik. 1445 als Clessig, 1547 als Klessigk. Abgeleitet vom slawisch kles- Bedeutung Einsenkung, Höhlung, Einbuchtung, was hinsichtlich der Lage des Ortes sinnvoll erscheint. Um 1840 gehörten zum Ort ein Gasthaus und eine Mühle.
Kreißa Erstnennung im Jahre 1314 mit der Nennung eines Hermannus miles de Crißow oder erst 1350 mit der Nennung des Ortes als Criskow. 1334 Cryzow, 1445 Krisaw, 1547 Kreyssa. Ableitbar vom altsorb. Personennamen Kris. 1350 und 1500 werden ein Allodium, 1539 wird ein Vorwerk genannt. Um 1840 bestand eine Schule, welche auch die Kinder von Oberstößwitz besuchten. Zum Ort gehörte eine Wassermühle.
Leippen Erstnennung im Jahre 1286 als Lipen oder erst 1350 als Lipen. 1473 als Leippen. Abgeleitet von altsorbisch lipa=Linde. Lindigt (Einzelgut in der Flur Leippen) erwähnt 1547 als Lyndicht. Abgeleitet von lindech(t)=Lindengehölz.
Lösten Erstnennung im Jahre 1323 als Lestin oder erst 1378 als Lestin. Abgeleitet von altsorb. lescina=Haselgesträuch. 1435 als Leczsten, 1465 als Lesten, im 19. Jh. auch Löhsten.
Mutzschwitz Erstnennung 1334 als Mucswicz oder erst 1372 als Mutschzewicz. Abgeleitet vom altsorb. Personennamen Muc(a). Um 1840 bestand der Ort aus 7 Gütern und einem Gasthaus.
Noßlitz Erstnennung 1334 als Nuzedlicz. 1428 Nosselitz. Abgeleitet von altsorbisch Novosedlici = Neusiedler, also Bewohner einer neu angelegten Siedlung. 1350 (unsicher) wird ein Allodium erwähnt.
Oberstößwitz Erstnennung 1334 als Stysewicz. 1350 als Stesewicz, 1551 als Steßewitz, 1748 Ober Stößwitz. Slawischer Ortsname, Ableitung ist unklar. Um 1840 gehörten 4 Güter, eine Brauschenke und eine Mühle zum Ort. Um 1951 Einrichtung des Haltepunktes Oberstößwitz an der Eisenbahnstrecke Nossen-Riesa.
Pinnewitz Erstnennung: 1278 werden genannt Hermannus et Albertus fratres de Pinuwitz. Der Ortsname erscheint erstmals 1334 als Pynewicz. 1501 als Binnewicz, 1724 Pinnewitz. Ableitung von altsorbisch pen=stock in der Bedeutung, der in der Erde verbleibende Stock eines gefällten Baumes oder Ableitung vom altsorb. Personennamen Penk. Bauernunruhen um 1790.
Priesen Erstnennung im Jahre 1317 Petrus de Bresyn (Zuweisung unsicher) oder erst 1350 als Presen. Abgeleitet von altsorbisch breza=Birke
Raußlitz Erstnennung 1246 als Ruzliz. 1286 wird ein Hermannus de Ruzlitz genannt, Raußlitz war also Rittersitz. Ableitbar vom altsorb. Personennamen Ruslav. Eine Kirche wird erstmals 1264 erwähnt.
Rhäsa Erstnennung 1334 als Resow oder erst 1350 als Resaw. 1547 Resen, 1606 als Rehsa. Abzuleiten wahrscheinlich von altsorb. rez=Einschnitt (im Gelände), was den topographischen Gegebenheiten bei Rhäsa entspricht. Um 1804 hat Rhäsa 158 Einwohner.
Rüsseina Erstnennung 1319 als Russyn. 1495 Rossein, 1551 Russeynn. Abgeleitet vom altsorbischen Personennamen Rusa. Um 1400 sind für Rüsseina die sog. Lobetänze (Laubetänze) nachgewiesen. Dies ist der erste Hinweis auf diesen Volkstanz in Sachsen.
Saultitz Erstnennung 1334 als Sulaticz oder erst 1350 ebenfalls als Sulaticz. 1428 Swlticz, 1445 als Sultitz, 1547 Saultietz. Abgeleitet vom altsorb. Personennamen Sulata.
Schänitz Erstnennung 1069 als Sanice, 1203 als Scheniz. 1350 Czenitz (Schwenewitz), 1510 Schäwnitz (Sezenitz). Im 19.Jh. auch Schönitz. Bestand aus 2 Gütern (Vierseitenhöfe). Von einem bestehen nur noch zwei Gebäude.
Schrebitz Erstnennung 1334 als Screpicz oder 1378 als Schrepicz. Ableitung von altsorb. crep=Schädel in der Bedeutung von Erhebung. Um 1840 verfügte der Ort über einen Kalkbruch und Kalkofen.
Stahna Erstnennung 1334 als Stane oder erst 1378 ebenfalls als Stane. 1539 Stann, 1543 Stana. Abgeleitet am ehesten von altsorb. stan=Wohnung, Siedlung.
Starbach Erstnennung 1328 als Storpig. 1350 Storpk, 1478 Storpach, 1551 Starpach. Ableitung ist unklar, auf jeden Fall aber aus dem Altsorbischen oder Slawischen. 1991 Beginn der Erschließung für das Gewerbegebiet Logistik- und Verwaltungszentrum REWE auf Starbacher Flur.
Wolkau Erstnennung 1334 als Wolcow oder erst 1378 als Wolkow. Abgeleitet von altsorb. volk=Wolf. Technisches Denkmal ist ein Zick-Zack-Ofen in einer alten Ziegelei.
Zetta Erstnennung 1334 als Zcetkow oder 1466 als Zetaw. 1551 Czetta. Abgeleitet von einem altsorb. Personennamen Cet(k).
Ziegenhain Erstnennung 1264 als Cygenhain. 1508 als Zciegenhayn. Der höchstwahrscheinlich ursprünglich slawisch Ortsname ist offenbar von den dt. Siedlern umbenannt oder einem ähnlich klingenden dt. Ortsnamen angeglichen worden. Auf dem Burgberg haben sich die Reste einer slaw. Wallanlage erhalten.
Quelle: Landkreis Meißen, Buch von Dr. Günter Naumann
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