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HISTORIE

Der Ketzerbach, der am Lindigtgut nördlich von Nossen entspringt, gibt der Gemeinde seinen Namen.

Das Gebiet um den Ketzerbach ist uraltes Siedlungsgebiet. Auf den Fluren um Ziegenhain, Leippen, Lösten und Schänitz sind vorgeschichtliche Funde gemacht wurden, die beinahe allen Abschnitten der vorgeschichtlichen Zeit angehören. Sowohl Niederlassungen als auch Gräberfelder konnten festgestellt werden. Nachweise menschlicher Siedlungen gehen somit wenigstens 4-5000 Jahre zurück. So hat schon vor Jahrtausenden unser fruchtbarer Lößboden, der in mächtigen Schichten von 2-15 m über dem Urgestein lagert, die Menschen zum Ansiedeln und Ackerbau verlockt.

Die Dörfer der Gemeinde sind überwiegend slawischen Ursprungs, vielfach Rundlingsdörfer geprägt durch ehemalige Rittergüter oder große Bauernhöfe.

Geschichtlich sind die Dörfer der Gemeinde eng verbunden mit der Entstehung Meißens und dem Einfluß des Zisterzienserklosters Altzella.

Für Wanderungen bietet sich der Wanderweg von Nossen über die Radewitzer Höhe quer durch die Gemeinde Ketzerbachtal nach Lommatzsch an. Gute Verkehrsanbindungen gibt es zu den Städten Meißen, Nossen, Lommatzsch und Döbeln, aber auch die Landeshauptstadt Dresden, dass historische Freiberg und sogar die Sächsische Schweiz sind bequem als Tagesausflug zu erreichen.

 


Kriege zogen übers Land
Obwohl die Dörfer der Gemeinde abseits von großen Heerstraßen lagen, blieben sie nicht gänzlich von den Schrecknissen der Kriege verschont.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648)
wurden unsere Dörfer (Januar/Februar 1637) dreimal durch die Schweden geplündert.

Siebenjährige Krieg (1756-1763)
Bereits reichlich hundert Jahre später brachen durch den Siebenjährigen Krieg neue Kriegsnöte über die Dörfer herein. 
Die preußischen Truppen hatten den Katzenberg zu einer befestigten Stellung ausgebaut und verteidigten ihn monatelang.
In der näheren und weiteren Umgebung überwinterten 1760/61 50.000 Mann, welche die Gegend ausplünderten.

Bauernerhebung 1790
Zu erwähnen ist auch die große Bauernerhebung im Jahre 1790, welche sich über ganz Sachsen bis hin nach Thüringen ausbreitete. 
Historisch hervorgetan haben sich in dieser Zeit besonders die Orte Pinnewitz, Oberstößwitz und Kreißa.

Zweiter Weltkrieg
Und letzlich hinterließen auch die letzten Kriegsjahre des zweiten Weltkrieges ihre Furchen in den Dörfern um Raußlitz, bei der Besetzung der Radewitzer Höhe und des Katzenberges. Der letzte Heeresbericht der deutschen Wehrmacht meldete “verlustreiche Kämpfe bei Ziegenhain”. Von Lommatzsch aus griff die Rote Armee mit überlegenen Kräften an. Viele deutsche Soldaten fanden in unserem Dorf noch den Tod. In einem Massengrab auf unserem Friedhof liegen 60 deutsche Soldaten begraben, von wenigen kannte man Namen und Heimat. Die Bevölkerung war in den letzten Tagen noch geflohen. Zu Fuß, mit Handwagen oder Pferdgeschirr, beladen mit den nötigsten Habseligkeiten, führte der Fluchtweg in die westlichen Nachbarkreise. Nach der bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945 setzte langsam die Rückwanderung ein. Verwüstete Wohnungen und Höfe fand man wieder. Das Gut Nitzsche in Schänitz war von der Artillerie zusammengeschossen. Das Gut Kretzschmar in Lösten war durch Brandstiftung völlig zerstört. In den letzten Kriegstagen war eine größere Anzahl von Flüchtlingen und Umsiedlern aus Schlesien, Ostpreußen, Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei in unser Dorf gekommen. In den Nachkriegsjahren herrschte besonders in den Großstädten und den ärmeren Gegenden unseres Landes Hungersnot. Viele Menschen überfluteten unsere Dörfer, bettelten und tauschten gegen wertvolle Güter Kartoffeln, Getreide und Milchprodukte ein.

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